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November 2011
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Passives Abseits oder nicht? Schon die Grundzüge der Abseitsregel führen auf Kreisebene zu Diskussionen...
Es war die Schlussphase am letzten Wochenende im Spiel der Kreisklasse A zwischen den zweiten Mannschaften aus Krummesse und Gudow. Beim Stande von 2:4 aus Sicht der Heimmannschaft kamen die Gäste vom Segrahner Berg noch einmal vors Tor. Nach einem großen Gewühl im Strafraum sprang der Ball einem Angreifer vor die Füße, der den Ball sofort zu einem Mitspieler weiterleitete. Dieser Spieler soll (so wurde die Situation erklärt) im Moment der Ballabgabe zwar noch einen Abwehrspieler vor sich, aber den Torwart bereits hinter sich gehabt haben (s. Graphik= stark vereinfacht).
Sofort gab es große Diskussionen. Während die Krummesser Spieler diese Situation als Abseitssituation auffassten, bejubelten die Gudower bereits ihren fünften Treffer an diesem Tag. Die Entscheidung ob Abseits oder nicht, musste mal wieder der Schiedsrichter fällen. Eine wie immer undankbare Aufgabe, zumal der leitende Schiedsrichter ein Zuschauer war, der netterweise noch kurzer Hand eingesprungen war. Insofern soll dem Schiedsrichter auch gar kein Vorwurf gemacht werden, dass er in dieser Situation auf Tor entschied, da ohnehin zu bezweifeln ist, ob der Schiedsrichter die Situation so deutlich sehen konnte. Viel interessanter ist in solchen Situationen das Verhalten von Spielern, Trainern und Zuschauern, die in dieser Situation alle über unterschiedliche Regelauslegungen zu berichten wussten.
Dabei ist die Frage, ob abseits oder nicht in dieser Situation deutlich. Im Regeltext heißt es dazu: Ein Spieler befindet sich dann in einer Abseitsposition, wenn er im Moment der Ballabgabe der gegnerischen Torauslinie näher ist als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler. (Ausgenommen sind besondere Fälle wie eigene Hälfte, Eckstoß, etc.)
In diesem Fall sind die genannten Umstände erfüllt, da auch der Torwart laut dieser Regel als ganz normaler Abwehrspieler anzusehen ist. Weil er in dieser Szene zum „vorletzten Abwehrspieler“ wird, befindet sich der Spieler 2 im Abseits.
Auch im anschließenden Spiel gab es Grund zur Diskussion. Nach einem Abschlag (aus der Hand) des Torwarts entschied Nachwuchsschiedsrichter-Assistent Fabian Seibel auf Abseits und erntete für diese Entscheidung von einigen Zuschauern Unverständnis.
„Nach einem Abstoß gibt es doch gar kein Abseits!“, wusste gleich jemand zu berichten. Dabei hatte der vorlaute Zuschauer durchaus Recht, da bei einigen Situationen die oben genannte Regel aufgehoben ist. Dazu zählt neben dem Eckstoß, dem Anstoß, dem Standpunkt der eigenen Spielhälfte und dem Einwurf auch der Abstoß. Bloß ist ein Abstoß (nach Überquerung der Torauslinie) keinesfalls mit einem Abschlag des Torwarts (aus der Hand nach Aufnahme aus dem laufenden Spiel) gleichzusetzen. Nach einem Abschlag kann auf jeden Fall eine Abseitsposition vorliegen, was bei der geschilderten Situation auch von Fabian Seibel perfekt umgesetzt worden ist. |



